„Es kann gar nicht stressig genug sein, als dass eine Laufrunde nicht den perfekten Ausgleich zum strapaziösen Alltag bieten könnte: Er fällt einfach links und rechts ab“, berichtet Barbara Wolf-Wicha aus eigener Erfahrung. Vor einigen Jahren riet ihr ihre Fitnesstrainerin, das Laufen auszuprobieren, und seit diesen ersten gemeinsamen Laufrunden hat die Aniferin das Lauffieber gepackt. „Heute bin ich bereits grantig, wenn ich einen Tag nicht laufen kann. Leider geht sich’s nicht immer aus, aber ich versuche, mindestens jeden zweiten Tag zu laufen. Und wenn’s nur 20 Minuten sind, Laufschuhe an, bei der Haustüre hinaus und es bieten sich zahlreiche Möglichkeiten für eine wohltuende Laufrunde.“ Auch bevor Barbara Wolf-Wicha das Laufen für sich gefunden hat, war die gebürtige Wienerin in ihrer Freizeit sportlich sehr aktiv. Am liebsten als Reiterin, aber auch beim Schwimmen oder beim Skilanglauf. „Ich empfehle jeder und jedem, unbedingt regelmäßig zu laufen. Insbesondere jenen Menschen, die einen bewegungsarmen Alltag haben“, lautet ihr Rat.


Älteste Teilnehmerin 2014

Dreimal hat Barbara Wolf-Wicha bereits am Salzburger Frauenlauf teilgenommen. Zweimal als Walkerin, im letzten Jahr nahm sie die 5,2 Kilometer erstmals laufend in Angriff und war dabei mit 69 Jahren die älteste Teilnehmerin der Veranstaltung. Ein Faktum, dem sie keine Bedeutung zuschreibt: „Es hat mich vielmehr irritiert, warum das so hervorgehoben wurde. Für mich stellt das keine große Besonderheit dar. Eigentlich sollten viel mehr Frauen in meiner Altersklasse mitlaufen. Denn im Sport gibt es eigentlich kein Alterslimit, wenn man ihn kontinuierlich betreibt.“ Am 28. Juni wird Barbara Wolf-Wicha erneut im Volksgarten an der Startlinie stehen und in 5,2km-Lauf starten.

Erfahrene Politologin

Als erfahrene Politikwissenschaftlerin und ehemalige Dozentin an den Universitäten in Salzburg und Innsbruck ist Barbara Wolf-Wicha auf ihrem Spezialgebiet eine gefragte Person. Aktuell arbeitet die 70-Jährige intensiv an einem Buch, indem sie aus politikwissenschaftlicher Perspektive die politische Situation und die politischen Entscheidungsvorgänge in zum Teil gegen deren Willen zusammengelegten Gemeinden in Ostdeutschland analysiert. Von 1991 an arbeitete sie sieben Jahre lang als Konsulin in Berlin und war bereits im Jahr davor vom österreichischen Wissenschaftsministerium beauftragt worden, nach dem Mauerfall die kulturelle, politische und wissenschaftliche Entwicklung im Osten Deutschlands zu beobachten.

Auch im Produktionsprozess dieses Werkes nimmt das Laufen indirekt eine wichtige Rolle ein. „Es ist einerseits ideal zum Ausgleich, andererseits auch unterstützend. Einmal bin ich entspannt und in Gedanken versunken vor mich hin gelaufen, und plötzlich hatte ich klar vor Augen, wie ich mein Vorwort schreibe. Das habe ich, gleich nachdem ich zu Hause war, sofort getippt.“ Und wo immer die ambitionierte Politikwissenschaftlerin hinfährt, sind selbstverständlich die Laufschuhe im Gepäck dabei.