19. Jul 2018

Ich hatte Spaß! Richtig Spaß!

Mit einem Lächeln über die Ziellinie zu laufen: das ist mir zuletzt vor 10 Jahren gelungen – an jenem Tag Ende Juni 2009, an dem ich nichtsahnend als schnellste Läuferin der Altersklasse U20 beim ersten Salzburger Frauenlauf ins Ziel gekommen bin.

Die Rennen in den darauffolgenden Jahren waren geprägt von übertriebenem Ehrgeiz, Nervosität und Verbissenheit. Beinahe jedes Mal lief ich mit hochrotem Kopf, verkrampften Oberarmen und einem bösen Blick ins Ziel – keine guten Voraussetzungen, um von einem tollen Rennerlebnis zu berichten.

… und dann kam der 10. Salzburger Frauenlauf. In den Wochen und Monaten davor bin ich gelaufen, wie ich gerade Lust hatte. Mal schneller, mal langsamer, mal mit Begleitung, mal ohne. Aber immer so, dass ich Freude am Laufen hatte.

Ich hatte Spaß! Richtig Spaß!
© Frau läuft!

Laufen und Spaß haben dabei: Das war auch mein oberstes Ziel beim 10. Salzburger Frauenlauf. Die Zeit? Nebensache! Ich stellte mich also, gemeinsam mit meinen Teamkolleginnen ziemlich weit nach hinten ins Startfeld, um nur ja nicht in Versuchung zu kommen den ersten Kilometer zu schnell zu laufen. Der Startschuss fiel – spätestens zu diesem Zeitpunkt fühlten sich meine Beine in den Jahren davor schwer wie Blei an, zu groß war die Nervosität. Diesmal nicht – diesmal war ich richtig locker. Den ersten Kilometer lief ich gemeinsam mit meinen Kolleginnen. Schritt für Schritt überholten wir die Läuferinnen vor uns. Und meine Beine? Die waren richtig locker und ich hatte Lust zu laufen. Als ich bei Kilometer drei angekommen war, hatte ich bereits eine große Zahl an Läuferinnen hinter mir gelassen und ich merkte wie viel Spaß das Laufen eigentlich machen kann – wenn man es nur nicht ganz so verbissen angeht.

Die restlichen zwei Kilometer vergingen wie im Flug. An der Kurve vor der Zielgerade stand mein Papa und feuerte mich an. „Ich habe dich in den letzten Jahren noch nie so voller Freude und locker laufen gesehen“, war sein Kommentar nach dem Rennen. Genauso fühlte es sich auch für mich an. Ich erreichte als Gesamt-18. das Ziel. Aber was viel wichtiger war: Ich hatte Spaß! Richtig Spaß! Nach und nach kamen auch meine Familie und meine Freundinnen ins Ziel. Alle mit einem breiten Lächeln auf den Lippen. Die Ladys aus Team Stelzhammer haben den Asphalt gerockt – mit viel Freude am Laufen und noch mehr Frauenpower!

Danke „Frau läuft!“ für dieses tolle Erlebnis. Wir freuen uns jetzt schon auf das nächste Jahr!